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Tad Stones und das Geheimnis von König Midas
Kritik der falmouthhistoricalsociety.org-Redaktion
3,5
gut
Tad Stones und das Geheimnis von König Midas
Von
Wenn man, so als erwachsene Elternperson, mal wieder mit den Kindern ins Kino gehen will, ohne sich selbst zu sehr zu langweilen, ist man mit diesem aufwendig gemachten spanischen Animationsfilm nicht schlecht beraten: „Tad Stones und das Geheimnis von König Midas“ kann in so mancher Hinsicht durchaus mit den meisten marktführenden US-Produktionen mithalten. Ganz unerschrocken und unverhohlen nehmen die Macher von „Tadeo Stones“ (wie die Held eigentlich heißt) sogar direkt den amerikanischen Markt ins Visier, indem sie den Lebensmittelpunkt ihres spanischen Helden nach Chicago verlegen. Von dort aus bricht der liebenswert tollpatschige Tadeo, der auf dem Bau arbeitet, aber lieber Archäologe wäre, nun schon zum zweiten Mal auf, um geheimnisvollen Artefakten der Vergangenheit nachzujagen. Sein erstes Abenteuer „Tad Stones, der verlorene Jäger des Schatzes“ kam vor ein paar Jahren nur als DVD auf den deutschen Markt. Mit seiner zweiten Schatzsuche darf der knubbelnasige Held, mit dem den Spaniern eine liebevoll kindliche Indiana-Jones-Persiflage geglückt ist, nun auch hierzulande auf die große Leinwand.

Tad Stones hat ein Archäologie-Studium aufgenommen, muss aber immer noch auf der Baustelle schuften. Seine Kumpels dort nehmen seine Ambitionen nicht ernst und glauben ihm auch nicht, dass er wirklich schon einmal die hübsche Star-Archäologin Sara Lavrof (Namensähnlichkeit mit Lara Croft beabsichtigt) geküsst hat, die gerade die Titelseite von „National Geographic“ ziert. Aber wie es eben so kommt, ruft die Dame gerade in diesem Moment an, um Tad zu einer Konferenz einzuladen - und unversehens steckt der junge Mann mit Hund in seinem nächsten Abenteuer, bei dem ihn aus unerfindlichen Gründen auch eine ziemlich tolldreiste Mumie begleitet. Sara wird vor Tads Augen entführt, gerade als sie dabei ist, auf der Konferenz ein Papyrus zu zeigen, mit dessen Hilfe es gelingen könnte, die Glieder einer magischen Kette zu finden, die König Midas - der alles, was er anfasste, zu Gold machte - einst seine Macht verlieh. Nun gilt es für Tad, seinen Hund und seine Mumie, zunächst Sara aus der Gewalt des machtgeilen Millionärs Jack Rackham zu befreien, um dann die über ganz Europa verteilten Kettenglieder zu finden und unschädlich zu machen.


Die von Verfolgungsjagden begleitete Schatzsuche ist action- und temporeich, wobei es auf der Handlungsebene für erfahrene Zuschauer keine großen Überraschungen gibt. Während sich die Kinder von dem Hin und Her auf der Leinwand mitreißen lassen, kann man sich als erwachsene Begleitperson an kleinen Dingen am erzählerischen Wegesrand freuen. Die Figuren sind angenehm eigenwillig gezeichnet, auch das Bemühen um Geschlechterparität sowie das Spiel mit männlichen und weiblichen Rollenbildern ist anzuerkennen. Denn wenngleich mit Tad der Titelheld ein Mann ist, steht das Ziel seiner Begierde, die hübsche und überhaupt tolle Sara, in der Archäologenhierarchie doch meilenweit über ihm. Mit Saras Assistentin Tiffany kommt zudem eine wichtige Frauenfigur ins Spiel, die dadurch interessant wird, dass ihr zwischendurch die Maßstäbe für Gut und Böse entgleiten. Und die Mumie schließlich, die stimmlich und in all ihrem überdrehten Gebaren eher männlich konnotiert ist, macht große Karriere als Crossdresser, als sie in der Spanienepisode ein grellfarbenes Flamencokleid überstreift und einem kurzsichtigen Taxifahrer damit den Kopf verdreht. Die spanische sowie die türkische Tourismusbehörde haben übrigens zur Finanzierung dieses Films beigetragen, durch den sich ein zugegeben etwas alberner, aber durchweg sehr menschenfreundlicher Humor zieht.

Fazit: Ein sehenswerter Schatzsucherfilm für die ganze Familie, bei dem die actionreiche Abenteuerhandlung für Erwachsene wenig überraschend abläuft, was aber mit viel Humor und hübschen Einzelheiten aufgewogen wird.
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